KI fördert Boilerplate?
Diese Erfahrung musste ich für mich machen!
Was ist mir da passiert?
Ich bin auch in der Robotik unterwegs und da komme ich am Thema ROS nicht vorbei.
Ursprünglich eher im akademischen Umfeld angesiedelt, gewinnt es auch in kommerziellen Projekten zunehmend Akzeptanz. Es gibt schließlich eine große Anzahl fertiger Module mit aktuellen Erkenntnissen aus der Forschung.
Der Einstieg ist schon aufwendig. Das Grundgerüst für ein eigenes Modul, wenn auch automatisch generiert, ist ziemlich umfangreich und unübersichtlich. Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass gleiche Konfigurationen an verschiedenen Stellen für verschiedene Zwecke existieren und aktualisiert werden wollen. Ziemlich viel Verwaltung bevor was geht. Das erinnert mich an die frühe Zeit des Java Enterprise, als man so viel Boilerplate-Code erzeugen musste, dass es beinahe das Aus für J2EE bedeutet hätte.
Heute gibt es ja zum Glück die LLM, die mich beim Programmieren unterstützt. Da schreibe ich einen schönen Prompt und schon wird ganz viel erzeugt. Jetzt kann ich ja viel produktiver in ROS entwickeln und alles ist kein Problem oder?
Naja, eigentlich habe ich eine Umgebung, mit der ich unzufrieden bin, weil es neben der eigentlichen Lösung Unmengen an Verwaltungsaufwand erfordert. So viel, dass ich mir ständig überlege: Warum muss ich sowas tun? Das trägt doch alles nix zur Lösung bei? Warum habe ich so viele Einschränkungen?
Habe ich mir halt gedacht, in dem System ist das halt so, zum Glück gibt es KI, dann tut es nicht so weh.
Das ich mich damit erstmal abgefunden hab, da habe ich als Architekt wohl eher etwas versemmelt.
Wenn mir ein System permanente Schmerzen bereitet, dann gehört der Stempel 'Legacy' drauf und eine neue Architektur aufgesetzt. Dabei das Altsystem mit den vielen wertvollen Funktionen vernünftig einbinden, aber neue Welten lieber neu aufbauen. Auch da gibt es durchaus Parallelen aus Jahrzehnten J2EE/JEE... . Ansonsten wird ja mit Unterstützung der KI nur eine unproduktive Arbeitsweise oder Softwarearchitektur in KI-Rechenzenteren nebst daneben stehendem Atomkraftwerk versteckt. Die Architekturschulden steigen mit der Geschwindigkeit der verfügbaren KI-Chips.
Ich bin Architekt! Ich entwerfe neue Welten, wo vorher nichts war! Genau das mache ich jetzt sofort!
Schritt: Integrationslayer, der bestehendes ROS verwenden kann.
Schritt: Robotik Entwicklung ohne sinnlose, fesselnde Einschränkungen wie: nur 2 vorgegebene Sprachen oder eine ganz bestimmte Betriebssystemversion.
Schritt: Viel mehr Spaß bei der Arbeit.
Vielleicht kann die KI ja auch mehr als Boilerplate und die ganze Geschichte ist ein Layer 8 Problem.